Besuch der Universität Zürich und der ETH

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Jan Wilkening

Auch im akademischen Bereich hat Zürich einiges zu bieten. In zahlreichen internationalen Rankings belegen die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) und die Universität Zürich regelmäßíg Spitzenplätze. An Tag 2 erhielten wir einen Einblick, mit welchen Themen der Geovisualisierung sich beide Hochschulen derzeit beschäftigen.

Die Abteilung GIVA am Geographischen Institut der Universität Zürich (GIUZ) hat sich unter der Leitung von Prof. Dr. Sara Fabrikant auf die kognitiven Aspekte der Geovisualisierung spezialisiert: Was empfinden Personen, wenn sie mit Visualisierungen interagieren? Wie müssen Visualisierungen gestaltet werden, damit Menschen die richtigen Entscheidungen treffen? Beispielsweise wird mit Eye-Tracking untersucht, ob Menschen auf Karten auch tatsächlich dorthin schauen, wo sich die thematisch relevanten Inhalte befinden.

Hier konnten unsere Studierenden genauso selbst in die Rolle der Testpersonen schlüpfen wie in der CAVE, wo sie mit VR-Headsets Aufgaben zur Navigation in virtuellen Welten lösen durften.

Anschließend ging es bei herrlichem Wetter zu Fuß stadteinwärts zur ETH. Ricardo Roch, Esri Young Scholar des Jahres 2020, gab uns eine Einführung in das Thema Indoor-Navigation und Indoor-Positionierung. Während bei GIVA eher die Forschung im Vordergrund stand, ist Ricardos Aufgabe an der ETH, ein funktionierendes Indoor-GIS für die Hochschulverwaltung zu entwickeln.
Das Thema Indoor-GIS ist hochaktuell für den GIS-Bereich: Ricardo durfte seine Arbeit schon auf der Plenary der Esri UC vorstellen, und an der THWS hat Joshua Porzler im Jahr 2022 mit einer Bachelorarbeit zu dem Thema den “Student of the Year Award” gewonnen. Derzeit laufen dazu bei uns weitere Projektarbeiten. Unsere Studierenden durften mit ihren Smartphones selbst erleben, wie herausfordernd es ist, in den ETH-Gebäuden die eigene Position zu finden und zu navigieren.

Ich hoffe, der kleine Ausflug in die Hochschulwelt hat allen Spaß gemacht und aufgezeigt, dass eine Hochschulkarriere in der Geovisualisierung nicht mit dem Bachelor aufhören muss: Es gibt (nicht nur in Zürich) Möglichkeiten ohne Ende, und interessierte Doktoranden und Mitarbeiter:innen werden auch im Hochschulbereich händeringend gesucht.


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