Wie Würzburgs neuer ZOB in unserer VR-Cave zum Leben erwacht
„Besser als PowerPoint“ – beurteilte ein Student der thws im Studiengang Geovisualisierung trocken die Art der Präsentation der Entwürfe in der Cave des Mavel Lab in Schweinfurt.
Unsere Studierenden aus der Geovisualisierung haben gezeigt, wie moderne Stadtplanung heute aussehen muss. Unter meiner Leitung haben sie sehr unterschiedliche, klimagerechte Zukunftsvisionen für den Würzburger Omnibusbahnhof (ZOB) entwickelt – und zwar so, dass man direkt mittendrin steht.

Fünf Visionen für ein zukunftsfähiges Würzburg
Kooperationen mit der Stadt Würzburg haben bei uns am Röntgenring im Studiengang Geovisualisierung schon fast Tradition. Nach Projekten zur Talavera oder den Posthallen stand dieses Mal ein echtes Nadelöhr im Fokus: der Zentrale Omnibusbahnhof. Die Mission: Macht aus der grauen Asphaltwüste ein nachhaltiges, hochmodernes Aushängeschild für die Region!
Die angehenden Geovisualisierer haben abgeliefert – und wie! Fünf völlig unterschiedliche Konzepte kamen auf den Tisch:
- Riesige, schattenspendende Dachkonstruktionen, die Schutz bieten und Energie erzeugen.
- Futuristische, vertikal begrünte Pflanzensäulen – sogenannte „Skytrees“.
- Ein radikaler, komplett unterirdischer Busbahnhof. Der geniale Nebeneffekt: An der Oberfläche wird der historische Ringpark wieder geschlossen. Eine riesige grüne Oase mitten in Würzburg!
- Ein wirtschaftlich absolut realisierbarer Entwurf mit streifenförmigen Überdachungen und einem „durchdachten“ Konzept.
- Und schlussendlich ein terrassenförmiges Gebäude mit Mehrfachnutzung
Stadtplaner Uwe Kömpel von der Stadt Würzburg und der bekannte Architekt Matthias Braun zeigten sich begeistert und bewerteten auch den unterirdischen Vorstoß als „absolut denkbaren Ansatz“.

Eintauchen statt nur Anschauen: Die Magie der „Cave“
Das eigentliche Highlight war jedoch die Art der Präsentation. Im Mavel-Lab in Schweinfurt betreibt die THWS eine europaweit einzigartige Multiprojektions-Anlage – eine sogenannte „Cave“ (ein Raum, dessen Wände komplett als Projektionsflächen dienen).
Mit der VR-Brille auf der Nase wurden die Entwürfe in Echtzeit begehbar. Man schaut nicht mehr auf ein flaches Bild, sondern steht mitten auf dem virtuellen ZOB. Man blickt nach oben zu den gewaltigen Dächern, läuft an den Bussteigen entlang und bekommt ein echtes Gefühl für Raum, Licht und Dimensionen. Wenn der Wind virtuell weht und Schmetterlinge durch den Park flattern, ist das keine Spielerei mehr – das ist gelebte Zukunft.
An dieser Stelle schon einmal ein ganz herzlicher Dank an das Team des Mavel-Lab: Florian Schuster und Dominik Fritsche, unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Sponholz, ohne die dieses Projekt gar nicht möglich gewesen wäre!
Geodaten statt KI-Fakes: Warum echte Präzision siegt
In Zeiten, in denen Künstliche Intelligenz (KI) zwar hübsche, aber oft völlig unmaßstäbliche und physikalisch falsche Bilder erzeugt, wird die Arbeit in der Geovisualisierung immer wichtiger. Unsere Welten basieren auf zentimetergenauen, echten Geodaten der Stadt Würzburg. Hier verschmelzen kreatives Design und technische Präzision.
Das hat auch die Praxispartner überzeugt. Uwe Kömpel plant bereits die Folgeveranstaltung, um die gesamte Würzburger Stadtverwaltung nach Schweinfurt zu holen. Die Vision für die Zukunft steht: Statt bei kommenden Architekturwettbewerben zweidimensionalen Grafiken zu vertrauen, beamen wir die Entscheider und Bürger demnächst einfach direkt in die virtuelle Realität.
Alle Entwürfe sind einsehbar unter:
https://geovisualisierung.com/microsite/zob/
Du hast Lust, die Welt von morgen nicht nur zu planen, sondern digital begehbar zu machen? Dann ist das Studium der Geovisualisierung an der THWS genau dein Ding!


