The Future is now

Utopie statt Dystopie: Wie wir im Futurium die Stadt von morgen entdeckten

Nach unserem kleinen „Abtaucher“ im Bällebad des IKONO (siehe letzter Post) wurde es auf unserer Berlin-Exkursion wieder deutlich visionärer. Unser Ziel: Das Futurium. Ein Ort, der sich nicht mit Weltuntergangsszenarien aufhält, sondern der Frage nachgeht: Wie wollen wir eigentlich leben?

Zusammen mit unseren Studierenden der Geovisualisierung haben wir uns auf die Suche nach positiven Utopien für die Stadtplanung, das menschliche Zusammenleben und den Klimaschutz gemacht. Und ich sage mal so: Die Zukunft sieht verdammt spannend aus.

Das sieht auch Stefan Popp der Geschäftsführer der Firma Flexus in Würzburg so, der mich auf diese Reise begleitet hat. Er begleitet damit nicht nur mich, sondern auch meine Studierenden, denn am Montag nach der Exkursion durften wir ihn und seinen Sohn mit allen Fragen zur Anwendungsentwicklung und der Zukunft der KI fragen.

Die Exponate im Futurium:
Von Kaffeesatz und hungrigen Mehlwürmern

Unsere Guide Lisa führte uns durch eine Ausstellung, die zeigt, dass „Bauen“ bald eine völlig neue Bedeutung bekommen könnte. Wir haben moderne Materialien unter die Lupe genommen, die herkömmlichen Beton alt aussehen lassen:

  • Beton mit Kaffeesatz: Abfall als wertvoller Zuschlagstoff.
  • Plastikfressende Mehlwürmer: Klingt nach Science-Fiction, aber deren Kot kann tatsächlich als Betonzuschlag genutzt werden.
  • Wachsende Pilzstrukturen: Ein Thema, das mich ja schon in Kopenhagen fasziniert hat (erinnert ihr euch an meinen Artikel zu Living Materials?). Hier im Futurium wurde live gezeigt, wie Pilze CO2 binden und als stabiles Baumaterial dienen.

Resignation oder Vorbereitung?

Besonders intensiv haben wir über den Städtebau im Klimawandel diskutiert. Wie bereiten wir unsere Städte auf die Erwärmung vor? Spannend war die philosophische Frage: Ist die Anpassung an den Klimawandel bereits ein Zeichen von Resignation? Wir an der THWS sehen das eher als gestalterische Herausforderung. Die Geovisualisierung liefert hier die Werkzeuge, um solche Szenarien nicht nur zu berechnen, sondern sie für Stadtplaner und Bürger visuell begreifbar zu machen.

KI, Roboter und die Tiefe des Ozeans

Natürlich durften unsere Kernthemen nicht fehlen. Wir sahen, wie KI und Robotik künftig Bereiche von der Pflege bis zur Landwirtschaft revolutionieren. Besonders die Sonderausstellungen hatten es mir angetan.
In der Ausstellung zur Landwirtschaft durften wir die neuesten Entwicklungen mit Augmented-Reality, Microcontrollern wie Arduinos und KI entdecken.
Die Ausstellung zum Thema Ozean hat natürlich mich als Taucher gepackt und mit einer waghalsigen Konstruktion aus Kunststoffflaschen geflasht.

Fazit: Analog trifft Digital

Was das Futurium so besonders macht, ist die Mischung. Die Exponate sind gewitzt gestaltet – eine perfekte Symbiose aus digitaler Technik und haptischen Elementen, die zum Entdecken einladen. Genau diesen Mix aus technischer Innovation und menschlichem Erleben versuchen wir auch am Röntgenring in Würzburg zu vermitteln.

Am Ende waren zwei Stunden fast zu knapp. Eines ist sicher: Bei der nächsten Berlin-Exkursion steht das Futurium wieder fest auf dem Plan.

Interaktive Exponate im Futurium
Moderne Baumaterialien
Stadtplanung und Klimaschutz
Robotik in der Pflege
Robotik die Zukunft der Arbeit?