Eintauchen & Abtauchen

„Immersion bezeichnet den psychologischen Effekt, bei dem Menschen […] so stark in eine künstliche Umgebung eintauchen, dass die Wahrnehmung der realen Welt teilweise oder ganz in den Hintergrund tritt“, so definiert es Wikipedia.

Passender hätte der Titel unserer jüngsten Exkursion nach Berlin kaum sein können: „Immersive Welten“. Schließlich steht im vierten Semester des Studiengangs Geovisualisierung an der THWS das Modul „Augmented und Virtual Reality“ im Fokus. Zudem rückt ein großes Highlight näher: Die Endpräsentation unseres Projekts zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), die wir komplett in VR in der CAVE in Schweinfurt durchführen werden.

Dass „Eintauchen“ jedoch fast wörtlich mit „Abtauchen“ gleichzusetzen ist, hatte ich so nicht geplant – bis sich meine Studierenden plötzlich im riesigen Bällebad des IKONO Berlin wiederfanden.

Erwartung vs. Realität: Was macht einen Raum immersiv?

Das IKONO am Alexanderplatz verspricht auf seiner Webseite einen immersiven Erlebnisraum, in dem Kunst, Technologie und Kreativität verschmelzen. In der Realität fühlte es sich für uns Geovisualisierer jedoch eher nach einem bunten Abenteuerspielplatz an. War der Besuch deshalb umsonst? Keineswegs. Es war eine wichtige Lektion darin, wie der Begriff „Immersion“ heute oft als Marketing-Label genutzt wird.

Echte technische und inhaltliche Tiefe fanden wir glücklicherweise an unseren anderen Stationen:

  • Auralabs: Das war genau das, was ich mir unter moderner Geovisualisierung vorstelle. Eine beeindruckende 360-Grad-KI-Videoshow und technische Exponate, die nicht nur zum Anschauen, sondern zum Interagieren und Experimentieren einladen.
  • Futurium & Deutschlandmuseum: Hier konnten wir sehen, wie Storytelling und Technik Hand in Hand gehen, um Wissen erlebbar zu machen.
    Ein separater Blogbeitrag zum Futurium folgt!

Die Lehre für das Studium am Röntgenring

Die wichtigste Erkenntnis dieser Reise: Immersion entsteht nicht allein durch eine VR-Brille oder bunte Bälle. Echte Immersion erreichen wir dann, wenn aus passiven Zuschauern spielerische Mitwirkende werden. Wenn Menschen ein Exponat oder eine städtebauliche Planung (wie unseren ZOB) nicht nur betrachten, sondern aktiv erforschen und begreifen.

Das gilt für unsere studentischen Projekte am Röntgenring ganz genauso wie für die Lehre selbst. Mein Fazit für das kommende Semester: Lasst uns mehr spielen! Denn wer spielt, begreift – und wer begreift, erschafft bessere Welten.

(Die zweitwichtigste Erkenntnis: Meinen Studis hat das Bällebad einen Heidenspaß gemacht… 🙂 )

Ikono-Berlin im Bällebad
Auralabs Berlin 360-Grad-KI-Video
Auralabs Berlin spielerische Exponate
Auralabs Berlin KI-Kunst