Expedition-Tiefsee

Abtauchen in eine bedrohte Welt
Stille, Druck und ewige Finsternis: Wenn die Tiefsee in Würzburg greifbar wird.
In meinem Kickoff-Beitrag im Oktober sollte der Funke überspringen. Jetzt, am Ende des Wintersemesters, ist aus diesem Funken eine immersive Realität geworden. Wir haben die Tiefsee in die virtuelle Realität geholt.

Wer die VR-Brille aufsetzt, verlässt die vertrauten Räume unserer Fakultät. Es wird still. Das Licht des Himmels weicht dem ewigen Blau und schließlich der absoluten Dunkelheit, in der nur noch die Lichter unserer virtuellen Tauchkapsel den Weg weisen.

Mehr als nur „Pressluft schnuppern“
Im Dezember haben wir den Studierenden beim „Schnuppertauchen“ das Gefühl für das Schweben und die Orientierung unter Wasser vermittelt. Das war die physische Vorbereitung für das, was wir nun digital vollendet haben. In unserer Anwendung „Expedition Tiefsee“ geht es genau um dieses Gefühl: die Schwerelosigkeit und die gleichzeitige Isolation in 4.000 Metern Tiefe.

Doch die visuelle Stille trügt. Während wir majestätische, leuchtende Quallen – die wir übrigens teilweise mit KI-Unterstützung von Meshy.ai modelliert haben – und riesige Tiefsee-Asseln beobachten, taucht das eigentliche Thema der Arbeit auf: die „Schwarzen Raucher“.

Geovisualisierung als Mahnmal
Diese hydrothermalen Quellen sind faszinierende Ökosysteme, aber sie liegen in Gebieten, die für den Tiefsee-Bergbau begehrt sind. In der Kooperation mit Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) haben wir gelernt, wie fragil diese Welt ist. Meine Studierenden haben diese Erkenntnisse in Unity übersetzt. Wenn man in der VR-Anwendung miterlebt, wie gewaltige Abbaufahrzeuge durch diese Stille pflügen und Staubwolken aufwirbeln, die alles Leben ersticken, wird die ökologische Bedeutung unserer Arbeit sofort klar.

Wir nutzen hier am Standort Röntgenring moderne Game-Engines und 3D-Visualisierung nicht nur zum Selbstzweck. Wir nutzen sie, um Unsichtbares sichtbar zu machen. Die Studierenden haben gezeigt, dass Geovisualisierung ein mächtiges Werkzeug ist, um komplexe globale Probleme wie den Rohstoffabbau am Meeresgrund emotional und technisch präzise darzustellen.

Ein Blick zurück und nach vorn
Vom ersten Brainstorming im Herbst über die Exkursion nach Bremerhaven bis hin zu den finalen Renderings in der Cave des Mavel Labs war es ein intensiver Weg. Es ist diese Mischung aus technischem Scripting, gestalterischem Anspruch und echtem Praxisbezug, die unsere Projekte auszeichnet.

Dieses Projekt war ein erster Opener für eine Fortsetzung in den nächsten Semestern.
Das Ziel: Wir wollen die Tiefsee in das MAVEL-Lab bringen.

Ein U-Boot in der Cave?

Absolut FASZINIEREND!

Link zu unserem Projektplakat

Endpräsentation in der Cave des Mavel Lab an der thws in Schweinfurt
Abbau-Fahrzeuge
U-Boot beim Abtauchen
Anglerfisch
Prof. Dr. Uwe Sponholz (thws) und Dr. Frank Wenzhöfer (AWI) beim testen der VR
Schwarze Raucher am Meeresgrund
3D-Modell des Innenraumes der Tauchkapsel


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