Von Immersion und Eintauchen

In der Nacht vom 14.04. auf den 15.04.1912 kollidierte die Titanic mit einem Eisberg und sank auf eine Tiefe von 3800 m in die Tiefsee. Dabei kamen rund 1500 Menschen ums Leben.

Es ist ein glücklicher Zufall, dass ich mich mit dem Thema Tiefsee bereits an der Hochschule beschäftigen darf. Auch das Unglück der Titan habe ich mit großem Interesse verfolgt.

Als ich nun bei einem Aufenthalt in München die „Immersive Ausstellung“ „Die Legende der Titanic“ entdeckte, war klar, dass ich sie besuchen musste. Vor allem weil ein Sonderteil der Ausstellung als „VR & Metaversum“ zubuchbar war.
Der Pineapple Park in München bietet dafür eine optimale „Spielwiese“.

Die aufwendig gemachte Ausstellung zeigt den Bau und die Entstehung, das Leben auf dem Schiff und das Unglück der Titanic in allen Facetten. Dabei ist mir vor allem die Vielfalt der eingesetzten Medien positiv aufgefallen. Mit Exponaten, Texten, Filmen, AR-Anwendungen und 360 Grad Videos auf stationären VR-Headsets nimmt das Museum seine Besucher*innen mit auf die Reise eines Vaters mit seiner Tochter in die vereinigten Staaten. Dabei spielt das buchstäbliche „Eintauchen“ eine große Rolle. Eines der Highlights der Ausstellung ist ein großer Raum, dessen Wände und die Decke mit über 20 Beamern großformatig mit computergenerierten Videos bespielt wird. Auf Sitzhockern tauchen nun die Besucher*innen in das eiskalte Wasser ein und erleben die Katastrophe hautnah mit. Nach dem Auslaufen des riesigen Dampfers rammt die Titanic den weltberühmten Eisberg und das Wasser dringt in das Schiff ein. Die Treppe des aus dem Film bekannten Ballsaales wird mit Wasser geflutet, Maschinenraum und Passagierräume stehen unter Wasser, bis das gesamte Schiff in der Tiefsee versinkt. Der Vater und seine Tochter überleben natürlich dieses Unglück.

Am Ende der Ausstellung können Mutige, die die Zusatzoption „VR & Metaversum“ gebucht haben, das gesunkene Schiff mit einem HTC Vive Headset begehen. An die Wände platzierte Marker geben der VR-Brille räumliche Orientierung, so dass die Besucher*innen zwar real durch eine große Halle, virtuell jedoch durch die Räume der Titanic wandeln. Um nicht zu kollidieren, werden die anderen „Mitspieler*innen“ mit einem roten Käfig umgeben. Wände werden als warnendes Drahtgitter angezeigt.

Es wirkt tatsächlich ein wenig gruselig, wenn man das Headset abnimmt und sieht, wie die Menschen mit den Elektronik-Kästen vor den Augen wie scheinbar ferngesteuert durch den Raum laufen und jeder von Ihnen sieht seine eigene Realität.

Willkommen in der Zukunft. Aber jeder in seiner eigenen!

Trotzdem, oder gerade deswegen (?) ist dieses Museum definitiv einen Besuch wert! Und das nicht nur, wenn man so technik-begeistert ist wie ich.

Kompliment zu dieser tollen Ausstellung, sie wird mir in Erinnerung bleiben.

Die Legende der Titanic
Detailgetreues Modell des Dampfers
Der Untergang
Das Wasser überflutet den berühmten Ballsaal mit Treppe
Besucher*innen erkunden die VR. Marker im Hintergrund
HTC Vive VR-Headset
Pineapple Park in München


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